Das Ouzo Orakel

Titel:

Das Ouzo-Orakel

Autor:

Frank Schulz

Umfang:

545 Seiten

Verlag:

Eichborn

Über den Autor
Frank Schulz wurde 1957 in Hagen bei Stade geboren. In Hamburg arbeitete er als kaufmännischer Angestellter, studierte verschiedene geisteswissenschaftliche Fächer und begann zu schreiben. Sein erster Roman, Kolks blonde Bräute, erschien 1991. Zehn Jahre später folgte der zweite: Morbus fonticuli oder Die Sehnsucht des Laien. Das Ouzo-Orakel, der dritte Band der Hagener Trilogie, erschien 2006.

Bodo Morten ist nach schwerer psychischer Erkrankung und längerem Aufenthalt in einem fränkischen Sanatorium nach Griechenland ausgewandert. Dort lebt er nun seit fünf Jahren. Allabendlich gönnt er sich Geselligkeit im Freundeskreis einer kleinen Dorfwirtschaft. Sonst führt er - fern von allem - in einer abgelegenen Bucht ein asketisches Leben: viel meditieren, viel Schwimmen, wenig Kleidung, kein Alkohol, keine Zigaretten, keine Frauen. Bis Monika Freymuth auftaucht. Eine Frau, die Bodo zugleich abstößt und doch dunkel fasziniert. Und an jemanden erinnert. In der Tat stellt es sich heraus, daß Monika Bodos erste Jugendliebe ist - und gerade auf der Suche nach ihrem Mann ist, der nach einer Ehekrise gen Griechenland geflüchtet ist.

Bodo verliebt sich erneut, wehrt sich dagegen, sein Leben gerät aus den Fugen. In seiner Not wendet er sich an das Ouzo-Orakel, einen Einsiedler, bei dem auch die Einheimischen Rat suchen. Bewaffnet mit einer Fünf-Liter-Bombe Ouzo macht sich Bodo auf in die Berge.

Leseprobe: PROLOG

Ich war einmal ein Prinz, und obwohl nur zweitbester Schütze in meinem kleinen Reich, war ich tausendmal glücklicher als der beste, der König - denn meine Prinzessin hatte Augen so grün wie das sonnige Wasser im Mühlenteich. Sie war die Schönste weit und breit, tausendmal schöner als die Königin, und ich bis über beide Ohren in sie verliebt. Ich war zum ersten Mal im Leben verliebt. Und wer weiß: Wäre ihre Mutter nicht bald nach dem Schützenfest fortgezogen mit ihr, ich wäre vielleicht für immer im Dorf geblieben - mit ihr, meiner Prinzessin. Doch ich wuchs heran, wurde erwachsen und zog in die große Stadt. An meine Prinzessin erinnerte ich mich immer seltener, bis ich sie fast vergaß. Ich lebte mein Leben, so gut ich konnte; viele, viele fahre vergingen. Lines Tages wurde ich sehr, sehr krank. Als es mir besser ging, zog ich in ein wärmeres Land.

Dort lebte ich wie im Paradies. Wie im Paradies lebte ich dort - bis eine Fremde kam, eine fremde mit Augen so grün wie einst das sonnige Wasser im Mühlenteich meines kleinen Reichs.

(Quelle: Eichborn)

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