Über den Autor/Illustrator
René Goscinny (* 14. August 1926 in Paris; † 5. November 1977 in Paris) war einer der bekanntesten Comic-Autoren des 20. Jahrhunderts. Er kreierte die Figur des unbeugsamen Galliers Asterix, der von Albert Uderzo gezeichnet wurde. Neben den Comics schrieb er zwischen 1959 und 1965 für die Zeitschrift Sud-Ouest-Dimanche wöchentlich eine Episode von Der kleine Nick (Le Petit Nicolas), der nur wenig später auch in Pilote (s.u.) erschien. Die Kurzgeschichten wurden von Jean-Jacques Sempé illustriert, der die Titelfigur bereits 1954 für Le Moustique kreiert hatte, wo sie unter Goscinnys Einfluss 1955/56 sogar kurzzeitig als Comic erschienen war. Auf Deutsch ist der Kinderbuch-Klassiker in, bis jetzt sieben Sammelbänden erschienen, übersetzt von Hans-Georg Lenzen.
»Entweder man ist mit dem ›Kleinen Nick‹ aufgewachsen, und dann stellt man mit Verblüffung fest, daß die Weltsicht des kleinen Anarchisten immer noch so zwingend und amüsant ist wie bei der ersten Lektüre; oder man hat da eine fatale Lücke, die man auffüllen muß.«
»Es ist ein bißchen, als hätte man gerade einen spektakulären Fund antiker Papyri gemacht und entdeckt, daß Homer nicht nur die ›Ilias‹ und die ›Odyssee‹, sondern auch noch eine ›Orestie‹ und einen Argonautenzyklus geschrieben hat. Die literarische Hinterlassenschaftdes griechischen Urepikers wäre dann plötzlich doppelt so groß. Genau dies ist nun annähernd mit dem Kinderbuchklassiker ›Der kleine Nick‹ geschehen. Ein editorisches Großereignis, das man auf keinen Fall verpassen sollte. Entweder man ist mit dem ›Kleinen Nick‹ aufgewachsen, und dann stellt man mit Verblüffung fest, daß die Weltsicht des kleinen Anarchisten immer noch so zwingend und amüsant ist wie bei der ersten Lektüre; oder man hat da eine fatale Lücke, die man auffüllen muß.«
Daniel Binswanger / Die Weltwoche, Zürich
(Quelle: Website Diogenes Verlag)




