biographisches

Titel:

Hammerstein oder der Eigensinn

Autor:

Hans Magnus Enzensberger

Umfang:

375 Seiten, Leinen, Fadenheftung

Verlag:

Suhrkamp Berlag

ISBN:

978-3-518-41960-1

Preis (D):

22,90 € 

Besonderes:

Interview mit H. M. Enzensberger

Über den Autor
Hans Magnus Enzensberger wurde 1929 in Kaufbeuren geboren. Er studierte Germanistik und Philosophie, war zeitweise Rundfunkredakteur und Lektor; lebte einige Zeit in Norwegen, längere Zeit in Berlin, seit 1980 in München. 1968 abgebrochene Gastdozentur in den USA (Connecticut) und anschließender Kubaaufenthalt. Enzensbergers Werk, vor allem als Lyriker und Essayist, hat die deutsche Literatur seit den 60er Jahren mitgeprägt. Daneben stand eine umfangreiche Herausgebertätigkeit. 1965 gründete er die Zeitschrift "Kursbuch" (Herausgeber bis 1975), 1980 die Zeitschrift "TransAtlantik" (Herausgeber bis 1982), zwischen 1985 und 2006 ist er Herausgeber der Reihe "Die Andere Bibliothek" (Eichborn Verlag).

»Kurt von Hammerstein-Equord war vom 1. November 1930 bis zum 1. Februar 1934 Chef der deutschen Heeresleitung. Der General, den uns Hans Magnus Enzensbergers neues Buch vorstellt, war mehr: einer der Flügelmänner des Weltgeistes. ... Enzensberger hat in seinem Buch einen eminenten historischen Stoff geborgen. Wieder einmal staunt man, dass die akademische Geschichtsschreibung sich ein Thema hat entwenden lassen - und ist doch froh, nun keine trockene Dissertation zu lesen, sondern das Werk eines Schriftstellers mit Sinn für die raffinierteste literarische Technik. Hier beweist sich erneut und aufs schönste Enzensbergers legendäres Finderglück.«  Frankfurter Allgemeine Zeitung

Ein großes Werk über die verhängnisvollste Periode der deutschen Geschichte und über die herausragende Gestalt eines Mannes, dessen Biographie bislang nicht geschrieben wurde. Hans Magnus Enzensberger hat die Geschichte des Generals Kurt von Hammerstein aus allen erreichbaren Quellen recherchiert und entfaltet sie in einem Genre, das er beherrscht wie kein zweiter: in der literarischen Biographie.

Kurt von Hammerstein war Chef der Reichswehr, ein Grandseigneur, ein unerschütterlicher Gegner des Nationalsozialismus, ein unbestechlicher Zeuge des Untergangs seiner Klasse, des deutschen Militäradels. Seinen Abschied nahm er, nachdem Hitler seine Weltkriegspläne 1933 in einer Geheimrede offengelegt hatte.

Aber es geht auch um die Lebensläufe seiner Frau und seiner sieben Kinder: gezeichnet von den Katastrophen des 20. Jahrhunderts, von Verrat, Widerstand, Spionage und Sippenhaft. Und nicht zuletzt geraten jene Personen ins Fadenkreuz, die zu einem gefährlichen Doppelleben gezwungen waren: vom letzten Reichskanzler der Weimarer Republik über die Agenten der KPD bis zu jener Drogistin, die in Kreuzberg Deserteure und Juden versteckte.

Hammerstein ist nach Der kurze Sommer der Anarchie und Requiem für eine romantische Frau Enzensbergers dritte literarische Biographie, in der die Selbstbehauptung des Einzelnen gegenüber kollektiven und autoritären Zumutungen im Zentrum steht. Für dieses Buch hat der Autor die Archive von Moskau bis Berlin, von München bis Toronto befragt. Doch behält für ihn das Dokument nicht das letzte Wort. In einem vielfältigen Werk verbindet sich erneut die Recherche mit der Freiheit des Autors, sich der historischen Wirklichkeit auch über Fiktionen zu nähern.

(Quelle: Website Suhrkamp Verlag)

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