Titel: | Reise um die Welt |
Autor: | Georg Forster |
Umfang: | 648 Seiten, Gebunden |
Verlag: | Eichborn Verlag / Die andere Biblithek |
ISBN: | 978-3-8218-6203-3 |
Preis (D): | 79 € |
Über den Autor
Georg Forster, kam 1754 im kleinen Nassenhuben bei Danzig als Sohn eines Pastors englischer Herkunft zur Welt. Der Knabe, der zuvor mit dem Vater Russland bereist hatte, zählt gerade achtzehn Jahre, als sich ihm die Chance bot, Captain Cook auf dessen zweiter Weltreise zu begleiten. Die Eindrücke und Beobachtungen, die er in seiner Reise um die Welt zusammenfasste, begründeten seinen Ruf als herausragender Naturforscher und brillanter Schriftsteller. Er traf später Benjamin Franklin und den französischen Gelehrten Graf Buffon in Paris, pflegte von Göttingen, Kassel oder Mainz aus einen regen Austausch mit Goethe, Herder und Wieland und sympathisierte mit den Idealen der Französischen Revolution, die er am Ende einer dreimonatigen Reise mit dem jungen Alexander von Humboldt in Paris aus unmittelbarer Nähe erlebte. Forster war einer der Gründer der ersten deutschen Republik in Mainz, ein überzeugter Jakobiner, der zum Deputierten in die Pariser Nationalversammlung gewählt wurde. In Deutschland vom Kerker bedroht, starb er 1794 vereinsamt im Alter von nur 39 Jahren an den Folgen einer Tropenkrankheit.
Eine veritable Sensation: Georg Forsters berühmte Reise um die Welt - vollständig, originalgetreu und erstmals illustriert mit den prächtigen Tier- und Pflanzenbildern aus eigener Hand.
Nicht einmal achtzehn war Georg Forster, als er im Juli 1772 an Bord der Resolution ging, um mit der Expedition von James Cook um die Welt zu reisen. In letzter Sekunde waren sein Vater und er, zwei mittellose Deutsche, von der englischen Admiralität dazu berufen worden, Cooks zweite Weltumseglung als Naturkundler und Ethnologen zu begleiten.
1111 Tage lang waren sie unterwegs und erforschten Regionen, in die vor ihnen noch kein Europäer gekommen war. Sie entdeckten neue Wasserwege, neue Inseln, kartografierten terra incognita, sie fanden unbekannte Pflanzen und Tiere und stießen auf Indianer, die noch nie einen Weißen gesehen hatten. Als Forster zurückkam, hatte kein Deutscher je soviel Welt gesehen. Und er lieferte darüber eine bildmächtige Reisebeschreibung ab, die in Europa Furore machte und Markstein und Leitbild wurde für Generationen von Forschern und Schriftstellern nach ihm. Alexander von Humboldt erklärte Forster zum "hellsten Stern meiner Jugend", durch ihn habe "eine neue Ära wissenschaftlichen Reisens" begonnen.
Dabei waren die Umstände der Reise so widrig wie die der Veröffentlichung des Berichtes. Der blutjunge Naturforscher und sein Vater meldeten nach Abschluss der Expedition 270 neuentdeckte Tier- und Pflanzenarten. Forster hielt über 500 Pflanzen und Tiere, auf die er während der Reise traf, im Bilde fest. Diese Zeichnungen sollten eigentlich Grundlage für die Kupferstiche der offiziellen Reisebeschreibung sein, die laut einer Verabredung Georgs Vater hatte schreiben sollen. Doch der zerstritt sich derart heftig mit Cook und der englischen Admiralität, dass die Parteien am Ende vor Gericht standen, Cook seine eigene, anderweitig illustrierte Reisebeschreibung verfasste und Forsters Vater die Hände gebunden waren. Also musste Georg Forster - auf Grundlage der Notizen seines Vaters - in höchster Eile ein eigenes Buch schreiben, das die Forsters auf eigene Kosten druckten und das dem der englischen Admiralität zuvorkommen sollte.
Die Entbehrungen der Weltreise mögen ihre Entsprechung in der Niederschrift des Reiseberichts gefunden haben. Forster schien in seinem Schreibkerker oft der Verzweiflung nahe. Er schrieb auf englisch und übersetze dabei auch gleich für die deutsche Ausgabe. Und das Husarenstück gelang: Im März 1777, einen Monat vor der offiziellen Ausgabe, lag Forsters Buch auf englisch vor, 1778 erschien die deutsche Ausgabe bei Haude und Spener in Leipzig. Jeweils ohne Forsters Illustrationen.
Um ihr Buch zu finanzieren, mussten die mittellosen Deutschen alles zu Geld machen, was sie hatten. Viel war da nicht - außer dem Schatz der Aquarelle und Zeichnungen, die Georg während der Schiffsreise unter zum Teil abenteuerlichen Umständen angefertigt hatte. Ein reicher Konkurrent der Forsters, Joseph Banks, seines Zeichen naturkundlicher Begleiter der ersten Cook-Expedition, nahm die Bilder als Sicherheit für eine Summe Geldes entgegen, die er den Deutschen lieh. Die konnten es nie zurückzahlen und Georg mußte zusehen, wie fast alle seiner Zeichnungen unveröffentlicht im Dunkel eines Archivs verschwanden, aus dem sie über 200 Jahre nicht mehr auftauchen sollten. Lediglich zwei Dutzend Vogelzeichnungen, die für König Georg III. angefertigt, von diesem aber zurückgewiesen und schließlich über die Vermittlung Goethes an Herzog Ernst II. von Sachsen-Gotha und Altenburg verkauft worden waren, wurden 1971 in der DDR veröffentlicht.
Mithilfe des Museums für Natural History in London erscheint nun zum erstenmal überhaupt Georg Forsters grandioser Reisebericht zusammen mit seinen prächtigen Aquarellen und Zeichnungen, die er während der Weltreise anfertigte - eine veritable Sensation.
Die von Frank Vorpahl besorgte Bildauswahl aus über 500 Tier- und Pflanzenzeichnungen gibt der Neuheit einer Spezies Vorrang vor rein ästhetischen Kriterien. Besondere Berücksichtigungen finden Tiere und Pflanzen von denen Georg Forster vor ihrem Aussterben Zeugnis ablegen konnte. Außerdem will die Auswahl Einblick in die Arbeitsweise Forsters geben, neben kompletten Blättern finden sich daher auch einige Skizzen und halbkolorierte Blätter. Immerhin hatten die Naturforscher auf ihrer 1111 Tage währenden Reise nur 290 Tage Landgang - zwischen Botanisiertrommel und Schreibpult mussten die Forscher daher mit höchster Effizienz handeln.
(Quelle: Website Eichborn Verlag)





