Tristram Shandy

Titel:

Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman

Autor:

Laurence Sterne

Sprecher:

Harry Rowohlt

Umfang/Dauer:

21 CD, 9 Digipaks, im Schuber ca. 30 Std.

Verlag:

Kein & Aber

Erscheint im:

November 2006

Besonderes

ungekürzte Lesung

Titel:

Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman

Autor:

Laurence Sterne

Übersetzer:

Michael Walter

Umfang:

853 Seiten

Verlag:

Eichborn Berlin

Erscheint im:

September 2006

Besonderes

Vorzugsausgabe von 400 Exemplaren

Über den Autor
Laurence Sterne, Hochporno- und Biograph des Tristram Shandy, wurde in Clonmel in Südirland am 24. November 1713 geboren. Da er begabt war, ließen ihn Verwandte 1733 in Cambridge Theologie studieren. 1738 wurde er Vikar zu Sutton-in-the-Forest; später bekam er eine Pfründe in York. 1741 verheiratete er sich und erhielt durch Verwandte seiner Frau eine zweite Pfarrei zu Stillington. 1762 machte er eine Reise nach Frankreich, 1764 nach Südfrankreich und Italien. Die >Empfindsame Reise durch Frankreich und Italien< erschien bald darauf. Er starb am 18. März 1768 in London.

Über den Sprecher
Harry Rowohlt wurde am 27.03.1945 in Hamburg geboren und lebt und wirkt als Autor, Kolumnist, begnadeter Übersetzer sowie gewaltigster Vorleser deutscher Zunge in Hamburg Eppendorf. Soweit so unvollständig.

"The Life and Opinions of Tristram Shandy, Gentleman" lautet der vollständige Titel des Romans von Laurence Sterne (1713-1768), der in neun Bänden von 1759 bis 1767 in York (Vol.I/II) und London erschien.

Der Roman erzählt in Ichform die Geschichte des Lebens von Tristram Shandy, wobei auf die zu dieser Zeit weitgehend übliche stringente Handlungsführung verzichtet wird. Anstelle der Stringenz werden abschweifende Assoziationen verfolgt und zugelassen, was formale Möglichkeiten wie etwa im Stream of consciousness oder in der Gruppe Tel Quel innovativ vorwegnimmt. Der Roman arbeitet mit der Verschränkung unterschiedlicher Zeitebenen; ein wesentlicher Teil der erzählten Zeit spielt vor der Geburt Tristrams und behandelt etwa die Problematik der Taufe des Kindes im Mutterleib (bei schwierigen und gefährlichen Geburten), die Auswirkung von Namen auf das Leben ihres Trägers und geburtshelferische Fähigkeiten der Hebamme beziehungsweise des Arztes. Ein weiterer Teil behandelt ein Steckenpferd des Vaters, die Nasenforschung, sowie die Notwendigkeit von Steckenpferden überhaupt. Der Roman reflektiert in sich sowohl dessen Wirkung auf Leser und Leserinnen als auch Schreibmotivation und die Situation des Schreibenden.

Aus diesen Gründen gilt Tristram Shandy als Vorläufer der sogenannten experimentellen Literatur, in der das, was erzählt wird, mit dem, wie erzählt wird, gleichberechtigt ist. (Quelle Wikipedia)

Zum Buch bei Eichborn:

Laurence Sternes Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman ist nicht nur das Urbuch des komischen Romans und die Begründung der Moderne in der Prosa, sein Buch ist zu weiten Teilen auch ein Meisterstück der Satzkunst und eine gewaltige Aufgabe für Hersteller und Verleger – vorausgesetzt, man will tatsächlich eine den Ansichten und Meinungen Sternes gemäße Ausgabe herstellen. Denn Sternes von Setzern und Korrekturlesern gefürchteter, von echten Lesern aber geliebter Text, wimmelt nur so vor typographischen Eigenheiten: da ist der differenzierte und ausgeklügelte Gebrauch von Punkten, Doppelpunkten, langen, sehr langen und kurzen Gedankenstrichen, Asterisken, bildlichen Symbolen, krakeligen Zeichnungen und Leerstellen für nicht geschriebene, aber durch den Kontext angedeutete Wörter. Sternes gestalterische Eigenheiten gehen so weit, daß z.B. a) er beim Tod der Figur Yorick die Vorder- und Rückseite einer Seite in tiefem Schwarz trauern läßt (Band 1, Kap. XII; ein nicht unbeträchtliches drucktechnisches Problem, da eine gut geschwärzte Seite leicht durchschlägt); daß b) eine Seite, auf der der Leser aufgefordert wird, sich die Schönheit einer anderen Figur, der Witwe Wadman, selbst auszumalen, ganz leer bleibt (Band 6, Kap. XXXVIII); und daß vor allem c) jeder der 4000 Leser der Erstausgabe von 1763 ein Unikat in den Händen hielt: denn die geheimnisumwobene farbig marmorierte Seite, die ‚marbled page’ in Band 3, Kap. XXVI wurde mit höchstem Aufwand individuell gefertigt.

Nach der Horazschen Vorgabe, daß die Dichtung wie ein Bild sei, nennt unser Autor jene berühmte, in den Erstausgaben ein wenig organischem Gewebe unterm Mikroskop gleichende Seite „buntscheckiges Sinnbild meines Werkes“ – ut pictura poesis. Um dieses Unikum herzustellen, muß eine leere Seite gefaltet werden, in ein nach „türkischer“ Art angerichtetes Farbbad getaucht, getrocknet, dann nochmals auf der anderen Seite marmoriert, dann wieder getrocknet, mit einem Stempel mit Seitenzahl versehen und auf den Rand einer aus dem Buchblock herausgeschnittenen Seite von Hand eingenäht oder geklebt werden. Ein erhebliches Problem für Drucker und knauserige Verleger, das dazu führte, daß diese Seite in vielen Ausgaben einfach weggelassen wurde (und manchmal deshalb dann verlegenheitshalber auch der Text Sternes eigenmächtig umgeschrieben und geändert); oft wurde sie auch durch ein leeres Rähmchen ersetzt, durch seltsame Ornamente, den hilflosen Hinweis „in früheren Editionen befand sich hier eine marmorierte Seite“ oder durch aufgeklebte Marmorpapiere. In Zeiten der technischen Reproduzierbarkeit wurde - wenn überhaupt - eine schwarzweiße Reproduktion einer Marmorseite eingefügt. In Deutschland hat einzig die Erstauflage der Bodeschen Übersetzung von 1774 das Problem geschickt gelöst, indem auf eine nur mit Pagina bedruckte, ansonsten leere Seite mithilfe eines dreifarbigen Holzdruckverfahrens etwas hergestellt wurde, das wie ein Kartoffeldruck aussieht. Bei der zweiten Auflage der Bode-Übersetzung (und später auch bei der dritten Dubliner Ausgabe des Tristram und auch bei der beim Wiener Drucker R. Sammer veröffentlichten Ausgabe des englischen Texts von 1798) wurde auf eine leere, paginierte Seite mit dem Pinsel Farbe aufgetragen.

Zum erstenmal in Deutschland wird in der nun bei Eichborn Berlin erscheinenden Ausgabe der Übersetzung von Michael Walter eine echte ‚marbled page’ hergestellt, eine eigens für diese Ausgabe gefertigte marmorierte Seite nach Art der Sterneschen Erstausgabe. In der normalen Buchhandelsausgabe findet sich eine doppelseitige farbige Abbildung davon, jeder Käufer der auf 400 Exemplare limitierten, nummerierten Vorzugsausgaben erhält aber – wie weiland 1760 - ein Unikat. Gangolf Ulbricht von den Berliner Werkstätten für Papier fertigte ein Papier nach der Erstausgabe an, das die Leipziger Restauratorin Ilona Hesse im selben Verfahren wie einst 1760 die für Dodsley tätigen Londoner Werkstätten marmorierte – jedes Buch der Vorzugsausgabe hat also eine individuelle Marmorseite, die sich hinsichtlich Farbigkeit und Muster an den Erstausgaben (denn jede sieht ja etwas verschieden aus) orientiert.

(Quelle Webite: Eichborn Verlag)

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